Stader Tageblatt vom 22. August 2019

Naby Oberbeck ist die neue Diakonie-Chefin

Naby Oberbeck (links) lädt mit Mitarbeiterin Karin Lange und Dr. Thomas Kück zur Woche der Diakonie ein. Foto: Strüning

Von Lars Strüning

STADE. Der Diakonieverband der beiden Kirchenkreise Buxtehude und Stade hat eine neue Geschäftsführerin: Naby Oberbeck (38) kommt aus Hameln, ist studierte Juristin und seit 15. August im Amt. Sie ist die Nachfolgerin von Annette Kirn, die im Juni in den Ruhestand ging.

Die Stelle war bundesweit ausgeschrieben, sagt Dr. Thomas Kück, Superintendent des Kirchenkreises Stade, in seiner Funktion als Vorsitzender des Diakonieverbandes. Die Resonanz sei überraschend groß gewesen, aus einem ausgesuchten Kreis von zwölf Bewerbern ging Naby Oberbeck als klare Siegerin hervor: Sie sei einstimmig vom achtköpfigen Vorstand gewählt worden.

Naby Oberbeck ist in Hameln geboren, aufgewachsen und lebte dort zuletzt. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder, die sechs und drei Jahre alt sind. Sie studierte in Kostanz Jura, legte mit Erfolg ihre beiden Staatsexamen ab und arbeitete erst als Rechtsanwältin in Hannover und zuletzt als Personalchefin zweier Chemie-Unternehmen mit 800 Mitarbeitern. Nach Stade zog es sie der Liebe wegen, weil ihr Mann seit zehn Jahren als Arzt im Elbe Klinikum arbeitet, und selbstredend, weil sie der Job als reizvolle Aufgabe lockte.

Jetzt ist sie dabei, sich erst einmal einen Überblick über die vielfältigen Angebote der Diakonie im Landkreis Stade zu verschaffen (siehe unten). So hat sie am gestrigen Donnerstag das Haus der Diakonie in der Harburger Straße in Buxtehude erstmalig besucht. Ihr Arbeitsplatz befindet sich im Stader Diakoniehaus in der Neubourgstraße. Mitarbeitergespräche, die Einrichtung der EDV und die Vorbereitung auf die Woche der Diakonie stehen aktuell in ihrem Fokus.

Woche der Diakonie

Kaum im Amt, hat Naby Oberbeck gleich einen Höhepunkt im Jahresablauf vor sich: die Woche der Diakonie. Diese startet unter dem Motto „Wenn das Leben anders ist“ am 1. September mit einem Gottesdienst in der Stader Cosmaekirche. Die Leitung hat Superintendent Dr. Thomas Kück, neue Mitarbeiter werden in ihr Amt eingeführt und zehn Jahre Schuldnerbegleitung thematisiert. Ein Tag der offenen Tür in den Beratungsstellen der Diakonie folgt am Dienstag, 3. September, von 10 bis 15 Uhr in der Erziehungsberatungsstelle in der Thuner Straße 17 und Am Schwingedeich 4. Der Film „Zeit zu leben“ läuft am Mittwoch, 4. September, von 19.30 Uhr an im Kino in Harsefeld.

Eine Wanderausstellung ist erstmalig am Donnerstag, 5. September, ab 17.30 Uhr in der Seminarturnhalle in der Stader Innenstadt zu sehen und dann später im Kreishaus, im Freiburger Kornspeicher, im Elbe Klinikum Stade und der Cosmaekirche. Die Ausstellung zeigt 13 großformatige Fotos von Marlene Apmann mit Mitarbeitern, Ehrenamtlichen aber auch Klienten der Diakonie-Beratungsstellen. Ein frisch zusammengestellter Flyer mit Farbkonzept fügt die Bilder der Ausstellung zu einem informativen Ratgeber zusammen.

Interviews mit Ratsuchenden und Kurzberichte aus der diakonischen Arbeit sind weitere Bestandteile dieses zentralen Termins in der Themenwoche, an dem es in der Seminarturnhalle auch Literatur, Musik und Essen gibt.

Die Woche der Diakonie endet mit einem Gottesdienst, dann mit dem Buxtehuder Superintendenten Dr. Martin Krarup in der Petrikirche am Sonntag, 8. September, von 10 Uhr an.

Das macht die Diakonie in der Region

Der Diakonieverband der Kirchenkreise Buxtehude und Stade ist ein Zusammenschluss der Beratungsstellen der evangelischen Kirche in der Region. 50 Mitarbeiter sind angestellt, zudem sind etwa 100 Ehrenamtliche aktiv. Der Verband ist Mitglied des Diakonischen Werkes in Niedersachsen und berät Bedürftige und Menschen in Notlagen. Das Angebot reicht von der allgemeinen sozialen Beratung über Hilfen für Eltern, Ehen, Kinder oder Schuldner bis hin zur koordinierten ehrenamtlichen Integrationsarbeit. Schwangere, Erwerbslose, Flüchtlinge, Straffällige oder Süchtige sind weitere Zielgruppen des Netzwerkes. Bei der Diakonie arbeiten Psychologen, Pädagogen, Erzieher oder Sozialarbeiter. Die Stader Tafel, die Wärmestuben oder die Krankenhausseelsorge sind weitere Einrichtungen des Diakonieverbandes in den beiden Kirchenkreisen